Organe

Die ausführenden Organe sind schlussendlich die nationalen Zentralbanken der Teilnehmerstaaten. Diese unterliegen den Regelungen des ESZB. Wichtig dabei ist, dass sie unabhängig gegenüber Weisungen nationaler Regierungen sind und nur der EZB unterstehen. Die EZB verfügt mit dem Rat und dem Erweiterten Rat über zwei Beschlussorgane und mit dem Direktorium über ein ausführendes Organ.

EZB-Direktorium

ZeitraumDirektoriumsmitglied
1998–2002 Flag of France.svg Christian Noyer (Vizepräsident)
1998–2003 Flag of the Netherlands.svg Wim Duisenberg (Präsident)
1998–2003 Flag of Finland.svg Sirkka Hämäläinen
1998–2004 Flag of Spain.svg Eugenio Domingo Solans
1998–2005 Flag of Italy.svg Tommaso Padoa-Schioppa
1998–2006 Flag of Germany.svg Otmar Issing (Chefvolkswirt)
seit 2002 Flag of Greece.svg Loukas Papadimos (Vizepräsident)
seit 2003 Flag of France.svg Jean-Claude Trichet (Präsident)
seit 2003 Flag of Austria.svg Gertrude Tumpel-Gugerell
seit 2004 Flag of Spain.svg José Manuel González-Páramo
seit 2005 Flag of Italy.svg Lorenzo Bini Smaghi
seit 2006 Flag of Germany.svg Jürgen Stark (Chefvolkswirt)

Das Direktorium führt die Geschäfte der EZB und kümmert sich außerdem um die Durchführung der Beschlüsse des EZB-Rates und gibt dazu nötige Anweisungen an die Nationalen Zentralbanken weiter, die die Beschlüsse umsetzen müssen. Das Gremium setzt sich aus dem Präsidenten, einem Vizepräsident und vier weiteren Mitgliedern zusammen. Ein Direktoriumsmitglied wird vom Gremium selbst zum Chefvolkswirt bestimmt. Die Amtszeit eines Direktoriumsmitglieds beträgt acht Jahre; eine Wiederwahl ist ausgeschlossen. Die Länge der ersten Amtszeiten war gestaffelt, um zu vermeiden, dass alle Mitglieder gleichzeitig ausscheiden.

Neue Mitglieder werden von den Finanz- und Wirtschaftsministern der Teilnehmerstaaten empfohlen. Nach nicht-bindenden Abstimmungen im Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments und dem Plenum des Parlaments werden sie von den Staats- und Regierungschefs der Teilnehmerstaaten gewählt.

Vor der Arbeitsaufnahme am 1. Juli 1998 wurde der Niederländer Wim Duisenberg zum Präsidenten gewählt. Er wurde am 1. November 2003 vom Franzosen Jean-Claude Trichet abgelöst. Vizepräsident ist der Grieche Loukas Papadimos. Die weiteren Direktoren sind Jürgen Stark (Chefvolkswirt, Deutschland), José Manuel González-Páramo (Spanien), Gertrude Tumpel-Gugerell(Österreich) und Lorenzo Bini Smaghi (Italien).

Aus der Zahl der Mitglieder resultiert, dass nicht alle EU-Staaten gleichzeitig im Direktorium vertreten sein können. Die großen Euroländer Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien besetzten bisher immer vier der sechs Sitze im Direktorium, die restlichen beiden Sitze wurden von wechselnden kleineren Ländern belegt. Zwar versuchen die großen Länder, ihr Anrecht auf einen Sitz dauerhaft zu manifestieren, allerdings gibt es keine explizite rechtliche Regelung, die ihnen ein solches Vorrecht auf einen Direktoriumssitz gewährt.

EZB-Rat

Dem EZB-Rat gehören alle Mitglieder des Direktoriums und zusätzlich alle Präsidenten der nationalen Zentralbanken der (momentan 16) am Euro teilnehmenden Mitgliedstaaten an. Er ist das oberste Beschlussorgan der EZB und trifft die meisten Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, wobei jedes Mitglied eine Stimme hat. Er legt die Richtlinien der Geldpolitik und dieLeitzinssätze fest und stellt Zentralbankgeld bereit. Die Aussprachen sind vertraulich, wobei der Rat die Veröffentlichung beschließen kann. Er tagt in der Regel alle 14 Tage. Bei Entscheidungen über das Kapital und Einnahmen der EZB entscheidet der Rat mit gewichteten Stimmen. Die Gewichtung richtet sich nach dem Anteil am gezeichneten Kapital; die Mitglieder des Direktoriums haben keine Stimme. Für die qualifizierte Mehrheit sind zwei Drittel des Kapitals und die Mehrheit der NZBen notwendig.

Mitglieder des EZB-Rates
Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident Loukas Papadimos, EZB-Vizepräsident Lorenzo Bini Smaghi, Direktoriumsmitglied
José Manuel González Páramo, Direktoriumsmitglied Jürgen Stark, Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell, Direktoriumsmitglied
Guy Quaden (Belgien) Axel A. Weber (Deutschland) Patrick Honohan (Irland)
Georgios Provopoulos (Griechenland) Miguel Fernández Ordóñez (Spanien) Christian Noyer (Frankreich)
Mario Draghi (Italien) Athanasios Orphanides (Zypern) Yves Mersch (Luxemburg)
Michael C. Bonello (Malta) Nout Wellink (Niederlande) Ewald Nowotny (Österreich)
Vítor Manuel Ribeiro Constâncio (Portugal) Marko Kranjec (Slowenien) Erkki Liikanen (Finnland)
Jozef Makúch (Slowakei)  

Erweiterter Rat der EZB

Der Erweiterte Rat besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB sowie den Präsidenten der nationalen Zentralbanken aller (momentan 27) EU-Mitgliedstaaten. Er wirkt bei der Erhebung statistischer Daten mit und berät über die Aufnahme weiterer Länder in die Währungsunion. Der Rat tritt in der Regel einmal pro Quartal zusammen. An den Tagungen können ein Mitglied der Europäischen Kommission und der Präsident des Rates ohne Stimmrecht teilnehmen.


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