Euroländer

Der Euro ist offizielles Zahlungsmittel in 16 der 27 EU-Staaten, der Eurozone (Euro-16). Zuletzt führte die Slowakei am 1. Januar 2009 den Euro ein. Darüber hinaus haben sechs weitere Staaten den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt, ohne der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion anzugehören. Neben Ländern, in denen der Euro als Zahlungsmittel fungiert, hat sich eine Reihe von Ländern über Wechselkurssysteme an den Euro gekoppelt. So nehmen beispielsweise am europäischen Wechselkursmechanismus II weitere vier EU-Staaten teil, und in den Ländern der afrikanischen CFA-Franc-Zone haben sich 14 Länder an den Euro gebunden. Insgesamt nutzen 36 Staaten und vier Teile von Staaten (Französisch-PolynesienNeukaledonien sowie Wallis und Futuna) den Euro oder eine vom Euro abhängige Währung.

Die französischen Überseegebiete GuadeloupeFranzösisch-GuayanaFranzösische Süd- und AntarktisgebieteMartiniqueMayotteRéunionSaint-BarthélemySaint-Martin und Saint-Pierre und Miquelon haben ebenfalls den Euro als Zahlungsmittel.

Mit dem Beitritt Zyperns zur Eurozone wurde auch im britischen Überseegebiet Akrotiri und Dekelia der Euro als Zahlungsmittel eingeführt. Im türkisch besetzten Nordteil der Insel gilt de facto weiterhin die Türkische Lira als gesetzliches Zahlungsmittel; der Euro wird jedoch vielfach trotzdem angenommen.

EWWU-Länder

Land↓Einführung
als
Buchgeld↓
Einführung
als
Bargeld↓
Form der Teilnahme↓Emission
eigener
Münzen↓
Andorra Andorra 1999 2002 unilaterale Übernahme des Euros nein
Belgien Belgien 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Deutschland Deutschland 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Finnland Finnland 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Frankreich Frankreich 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Griechenland Griechenland 2001 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Irland Irland 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Italien Italien 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Luxemburg Luxemburg 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Malta Malta 2008 2008 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Kosovo Kosovo   2002 unilaterale Übernahme des Euros nein
Monaco Monaco 1999 2002 Übernahme durch Währungsunion ja
Montenegro Montenegro   2002 unilaterale Übernahme des Euros nein
Niederlande Niederlande 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Österreich Österreich 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Portugal Portugal 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
San Marino San Marino 1999 2002 Übernahme durch Währungsunion ja
Slowakei Slowakei 2009 2009 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Slowenien Slowenien 2007 2007 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Spanien Spanien 1999 2002 Einführung im Rahmen der EWWU ja
Vatikanstadt Vatikanstadt 1999 2002 Übernahme durch Währungsunion ja
Republik Zypern Zypern 2008 2008 Einführung im Rahmen der EWWU ja

Der Rat der Europäischen Union in der Zusammensetzung der Staats- und Regierungschefs beschloss am 3. Mai 1998 das Inkrafttreten der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion zum 1. Januar 1999 und legte gemäß denKonvergenzkriterien die ersten elf Teilnehmerstaaten fest.

Am 19. Juni 2000 kam der Europäische Rat zur „Auffassung, dass Griechenland einen hohen Grad an nachhaltiger Konvergenz erreicht habe und daher die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung des Euros“ erfülle. Nach Zustimmung des Ecofin-Ratsführte Griechenland zum 1. Januar 2001 den Euro ein.

Am 8. März 2006 hatte Slowenien als erster der neu beigetretenen Staaten einen offiziellen Antrag zur Einführung des Euros zum 1. Januar 2007 gestellt. Am 16. Mai 2006 empfahl die Europäische Kommission, Slowenien in die Eurozone aufzunehmen. Am 11. Juli 2006 genehmigte der Ecofin-Rat letztendlich die Euro-Einführung zum 1. Januar 2007 und legte dabei den Wechselkurs auf 239,640 Tolar für einen Euro fest.

Am 10. Juli 2007 billigten die EU-Finanzminister den Beitritt von Zypern und Malta zum Euroraum. Damit stieg zum 1. Januar 2008 die Zahl der Euro-Teilnehmerländer auf 15 und mit dem Beitritt der Slowakei zum Euroraum am 1. Januar 2009 auf nunmehr 16 Länder.

Zukünftige EWWU-Länder

Nachdem sich im Jahr 2000 die dänische Bevölkerung in einer Volksabstimmung gegen die Einführung des Euro ausgesprochen hatte, nimmt Dänemark nur am Wechselkursmechanismus II teil. Eine weitere Volksabstimmung über die Einführung des Euro war für 2011 geplant, von ihrer Durchführung rückte die dänische Regierung aber angesichts der Finanzkrise im Euroraum ab.

Am 12. Mai 2010 sprach sich die Europäische Kommission für die Einführung des Euro im Estland zum 1. Januar 2011 aus. Estland erfülle als einziges der Beitrittskandidaten zur EWWU die Konvergenzkriterien. Die endgültige Entscheidung treffen die EU-Finanzminister voraussichtlich im Juli 2010. Die Beitrittskandidaten Bulgarien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn erfüllten dagegen nicht die EU-Konvergenzkriterien.

Weitere Länder

Einige Staaten waren bereits eine Währungsunion mit anderen Teilnehmern der Eurozone eingegangen und führten demzufolge ebenfalls den Euro als gesetzliche Währung ein. So bestanden Währungsunionen

Während Monaco, San Marino und die Vatikanstadt inzwischen Abkommen mit der EU abgeschlossen haben, die sie zur Emission von Euromünzen berechtigen, existiert zwischen Andorra und der Union bisher kein derartiges Abkommen. Außerdem hat Andorra keine offizielle Währung. Daher ist der Euro in Andorra nur De-facto-Zahlungsmittel, und es gibt keine von Andorra geprägten Euromünzen. Das Land verhandelte zwar ab Oktober 2004 mit der Europäischen Gemeinschaft, diese beendete aber nach wenigen Monaten die Verhandlungen, da die Regierung Andorras nicht bereit war, die politischen Forderungen zu erfüllen, die unter anderem eine Lockerung des Bankgeheimnisses vorsehen. Der zweite kritisierte Punkt, die Aufhebung der Steuerfreiheit, wurde durch die Einführung einer Unternehmenssteuer erst vor kurzem behoben.

Im Zuge seiner Unabhängigkeitsbemühungen hatte Montenegro einseitig die Deutsche Mark als Währung eingeführt. Im Kosovo wurde die DM nach dem Ende des Kosovo-Krieges von derUNO-Verwaltung als Währung eingeführt. Nach deren Abschaffung führten beide den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ein (Montenegro ist seit dem 3. Juni 2006 ein unabhängiger Staat, der Kosovo betrachtet sich seit dem 17. Februar 2008 ebenfalls als unabhängig). Allerdings haben auch sie bisher kein Abkommen mit der EU über eine Einführung des Euros abgeschlossen – dies ist seitens der EU auch nicht angestrebt, sodass sie weder Einfluss auf die Geldpolitik der EZB nehmen können noch Euromünzen prägen dürfen. Somit partizipieren sie auch nicht an den Seigniorage-Einnahmen.

Der Euro als Komplementärwährung

Auch außerhalb der Eurozone ist es in vielen europäischen Ländern möglich, mit Euro zu bezahlen, wobei aber in der Regel ein vom Verkäufer selbständig festgelegter Wechselkurs verwendet und das Wechselgeld oft in der Landeswährung ausgegeben wird.


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