Im Jahr 1979 wurde das Europäische Währungssystem gegründet, dessen Kernelement der Wechselkursmechanismus (WKM) war. Formal gehörten alle Staaten dem WKM an, jedoch wurde er nur von Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg und den Niederlanden angewendet. Hauptziel war es, die Wechselkurse und deren Schwankungen zu regeln, um eine Preisstabilität zu garantieren, zudem war er Voraussetzung für die Aufnahme in die Europäische Währungsunion. Durch die Einführung des Euros hörte der WKM auf zu existieren, sein Nachfolger für die EU-Länder, die noch nicht Mitglieder der Währungsunion sind, ist der Wechselkursmechanismus II (WKM II).
Vier EU-Staaten haben ihre nationalen Währungen über den WKM II an den Euro gekoppelt. Der WKM II sieht einen Schwankungsbereich der Wechselkurse zwischen Euro und jeweiliger nationaler Währung von ± 15 % vor. Dänemark hat darüber hinaus eine Vereinbarung mit der EU geschlossen, den Wechselkurs nur um ± 2,25 % schwanken zu lassen, mehrere andere Teilnehmer haben die Schwankungsbreite einseitig beschränkt.
| Land | Währung | ISO 4217 | Leitkurs (1 EUR =) | WKM-II-Beitritt | Sperrfrist für Euro-Einführung | Geplante Euro-Einführung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dänische Krone | DKK | 7,46038 | 1. Januar 1999 | abgelaufen | Volksabstimmung geplant | |
| Estnische Krone | EEK | 15,6466 | 27. Juni 2004 | abgelaufen | 1. Januar 2011 | |
| Lats | LVL | 0,702804 | 29. April 2005 | abgelaufen | 1. Januar 2014 | |
| Litas | LTL | 3,45280 | 27. Juni 2004 | abgelaufen | frühestens 2011 |
- Dänemark verfügt über ein vertraglich vereinbartes Recht zum „Opt-out“, also zum Nichtbeitritt zum Euroraum. Das Land macht von diesem Recht Gebrauch und führte den Euro nach einer Volksabstimmung am 28. September 2000, bei der sich 53,1 Prozent der Wähler gegen den Euro entschieden, bisher nicht ein. Es nimmt aber am WKM II teil. Im Jahr 2011 sollte erneut abgestimmt werden. Nach dem Wechsel des Ministerpräsidenten im April 2009 bestätigte der neue Amtsinhaber Lars Løkke Rasmussen im Mai 2009, dass auch er eine Abstimmung in der gegenwärtigen Wahlperiode anstrebte. Im Frühjahr 2010 nahm die Regierung hiervon jedoch Abstand, spricht sich jedoch weiterhin für eine Euro-Einführung aus. Sie beabsichtige, zunächst die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Eine neuerliche Abstimmung werde es geben, wenn Dänemark wieder die Maastricht-Kriterien erfüllt und die Mehrheit des Parlaments eine Euro-Einführung unterstützt. Für 2010 wird ein Defizit von 5,5 Prozent des BIP erwartet, was über den in den Kriterien vorgesehenen 3 Prozent liegt.
- Estland hat offiziell die Möglichkeit, den Euro am 1. Januar 2011 einzuführen. Nachdem alle Konvergenzkriterien erfüllt wurden, gab die EU-Kommission am 12. Mai 2010 grünes Licht für die Einführung des Euros in Estland. Die Zustimmung der EU-Finanzminister steht noch aus.
- Lettland will den Euro ebenso so schnell wie möglich einführen. Da das Land durch das starke Wachstum über lange Zeit zu hohe Inflationsraten aufwies und von der Finanzkrise ab 2007 schwer getroffen wurde, so dass es um Hilfe beim Internationalen Währungsfonds zur Stützung des Staatshaushaltes bitten musste, wird sich die Einführung weiter verzögern. Zeitweise stand sogar ein Austritt aus dem WKM II im Raum, um die lettische Wirtschaft zu stützen. Schon vor der Finanzkrise wurde ein Termin im Jahr 2013 angepeilt. Im März 2010 wurde als neues angestrebtes Datum der 1. Januar 2014 festgesetzt.
- Litauen strebte ursprünglich eine Einführung im Jahr 2007 an. Der litauische Finanzminister Zigmantas Balčytis reichte am 16. März 2006 die Unterlagen zur Euro-Einführung trotz Warnung der Europäischen Kommission offiziell ein. Die Kommission empfahl jedoch, die Aufnahme Litauens aufgrund seiner um 0,06 Prozentpunkte zu hohen Inflationsrate zu verschieben. Beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs am 15. und 16. Juni 2006 in Brüssel wurde der Antrag abgelehnt. Auf den Euro-Raum bezogen wäre die Teuerungsrate in Litauen zwar niedrig genug gewesen, um das Aufnahmekriterium zu erfüllen, der Vertrag von Maastricht sieht aber auch die EU-Staaten ohne Euro als Referenz vor. Nach Ansicht mancher europäischer EU-Finanzexperten hätte Litauen trotzdem aufgenommen werden können. Die EU-Kommission und die EZB akzeptierten diese Position jedoch nicht, um nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Litauen könnte somit ein Präzedenzfall für die künftige Euro-Einführung in den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) sein. Eine Analyse der Bank SEB im Spätjahr 2008 ergab, dass Litauen nicht vor 2013 den Euro einführen können wird. Im Zusammenhang mit der Ankündigung Lettlands, den Euro zum Jahresbeginn 2014 einführen zu wollen, hieß es, Litauen strebe inoffiziell dasselbe Datum an.
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