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EU-Länder, die noch nicht dem WKM II angehören
Mit Ausnahme von Dänemark und dem Vereinigten Königreich haben sich alle EU-Staaten zur Einführung des Euros verpflichtet. Sechs dieser Länder nehmen bislang am WKM II nicht teil und verfehlen so automatisch zumindest eines der Konvergenzkriterien.
| Land | Währung | ISO 4217 | Geplante Euro-Einführung |
|---|---|---|---|
| Lew | BGN | 2013 | |
| Złoty | PLN | 2014 | |
| Leu | RON | 2015 | |
| Krone | SEK | Vorläufig abgelehnt | |
| Krone | CZK | Nicht vor 2015 | |
| Forint | HUF | 2013 | |
| Pfund Sterling | GBP | Nach Volksabstimmung |
- Bulgarien hat erhebliche Inflationsprobleme, weswegen dem Staat der Beitritt in den WKM II bislang verwehrt wird. Experten rechnen mit einer Euroeinführung nicht vor dem Jahr 2012. Der Lew, die bulgarische Währung, wurde 1999 im Verhältnis 1:1 an die Deutsche Mark gekoppelt, so dass die Währung heute einen festen Umrechnungskurs von 1,95583 BGN = 1 EUR hat. Anfang August 2009 ließ der neue Finanzminister des Landes verlauten, dass Bulgarien voraussichtlich 2013 den Euro einführen wird. Im April 2010 erklärte Ministerpräsident Bojko Borissow, dass Bulgarien wegen eines zu hohen Budgetdefizits vorerst auf dem Beitritt zur Euro-Zone verzichten muss. Statt des für 2009 geplantes Defizits des Bruttoinlandprodukts von 1,9 Prozent betrug der Wert 3,7 Prozent, womit der vorgeschriebene Maximalwert von 3 Prozent für dieses Konvergenzkriterium verfehlt wurde.
- Polen wollte wegen des schwachen Rückhalts der europäischen Währung in der polnischen Politik und Gesellschaft bislang dem Wechselkursmechanismus II nicht vor 2009 beitreten. Nach dem Regierungswechsel in Polen änderte sich allerdings die politische Haltung zum Euro. Der neue Ministerpräsident Donald Tusk kündigte in seiner ersten Regierungserklärung an, er wolle „so schnell wie möglich“ den Euro einführen und nannte auf dem 18. Wirtschaftsforum in Krynica das Jahr 2011 als Ziel für die Euroeinführung. Im August 2009 gab der stellvertretende Finanzminister jedoch bekannt, dass Polen nicht vor 2014 den Euro einführen wird. Grund sei die Finanzkrise von 2008, die auch Polen – trotz eines erwarteten Wirtschaftswachstums von 0,5 % für das Jahr 2009 – hart getroffen habe.
- Rumänien ist erst seit 2007 EU-Mitglied und beabsichtigt, den Euro einzuführen. Wie auch Bulgarien hat Rumänien Probleme, die Inflationsrate einzuhalten. Die Rumänische Nationalbank hat sich dazu 2015 zum Ziel gesetzt.
- Schweden lehnte am 14. September 2003 in einer Volksabstimmung die Einführung des Euros ab. Da sich Schweden im Beitrittsvertrag zur Europäischen Union dazu verpflichtete, bei Erfüllung der Konvergenzkriterien die Währung auch einzuführen, wird die Einführung des Euros durch den Nichtbeitritt zum WKM II verhindert. Eine weitere Volksabstimmung soll nicht vor 2013 durchgeführt werden. Allerdings mehren sich in der derzeitigen Mitte-Rechts-Koalition die Stimmen, schon vor diesem Termin erneut die Frage zu behandeln. Mit der Finanzkrise im Herbst 2008 mehrten sich die Diskussionen. Die Schwedische Regierung hält zwar am Termin 2013 fest, der Finanzminister äußerte aber offen seine Unterstützung für eine Einführung. Seit Januar 2010 unterstützen Vertreter von drei der vier Regierungsparteien ein Referendum im Jahre 2011. Die Aussagekraft dieser Äußerungen ist allerdings zweifelhaft, da am 19. September 2010 Reichstagswahlen stattfinden. Auch die Unterstützung bei den Wählern steigt. So zeigte eine Umfrage im April 2009 erstmals eine kleine Mehrheit für die Einführung des Euros. Die schwedische Statistikbehörde SCB stellte in einer im November 2009 durchgeführten Umfrage erstmals seit November 2002 eine größere Unterstützung für als gegen den Euro fest. Unter Männern ist die Unterstützung größer als unter Frauen.
- Tschechien wollte den Euro ursprünglich 2010 einführen. Dieses Ziel wurde jedoch bereits aufgegeben, wobei im Land die Euroeinführung bewusst umgangen wird, indem ein höheres Haushaltsdefizit als erlaubt in Kauf genommen wird, um damit die Infrastruktur des Landes aufbauen zu können. Die Regierung rechnet mit einer Euroeinführung im Jahr 2012 oder 2013. Allerdings mehren sich auch Stimmen, die sich aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen für einen späteren Euroeinführungstermin aussprechen, so hat Zdeněk Tůma, Chef der Nationalbank Tschechiens, in einem Interview 2019 für die Einführung des Euros empfohlen. Jedoch gibt es aufgrund großer Wechselkursschwankungen der Krone gegenüber dem Euro sowie der voraussichtlichen Einführung des Euros in allen vier Nachbarländern bis 2012 auch vermehrt Stimmen, die sich für eine baldige Einführung zum 1. Januar 2012, und damit gleichzeitig mit dem Nachbarn Polen aussprechen. Im Laufe des Jahres 2009 soll ein Fahrplan für die Einführung des Euros erarbeitet werden. Am 1. November 2009 wollte die Regierung einen endgültigen Termin nennen. Dieser Termin wurde aufgrund der verschlechterten Wirtschaftslage auf unbestimmt verschoben. Im März 2010 hieß es aus dem tschechischen Finanzministerium, dass auch das Jahr 2015 kaum noch zu schaffen sei.
- Ungarn wollte den Euro 2010 ebenfalls als Währung einführen. Wegen des kontinuierlich hohen Staatsdefizits erwies sich dieses Ziel als unerreichbar. Derzeit hat Ungarn mit einer Neuverschuldung von zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts die höchste Neuverschuldung aller EU-Staaten. Inzwischen wird mit einem Beitritt Ungarns zur Euro-Zone im Jahr 2013 bis 2016 gerechnet.
- Das Vereinigte Königreich verfügt über ein vertraglich vereinbartes Recht zum „Opt-out“, also zum Nichtbeitritt zum Euroraum. Die britische Bevölkerung sollte nach Äußerungen des damaligen britischen Premiers Tony Blair 2006 über einen Beitritt zum Euro abstimmen. Durch die Ablehnung der EU-Verfassung in einigen Staaten (2005) und die Absage des Referendums unter anderem im Vereinigten Königreich ist diese Abstimmung inzwischen allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben. Zudem gilt Blairs Nachfolger Gordon Brown als Euro-Skeptiker, da die Währungspolitik in seiner früheren Rolle als Finanzminister zu seinem Aufgabenfeld gehörte und es schon Konflikte innerhalb der Regierung um diese Frage gab, so dass eine schnelle Aufnahme des Prozesses unter seiner Führung nicht erwartet wird.
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