Ökonomische Folgen der Einheitswährung

Vorteile

Von der Einführung des Euros erwartete man verstärkten Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern der Eurozone, da bisher bestehende innergemeinschaftliche Wechselkursrisiken und die dadurch notwendigen Währungsabsicherungen für europäische Unternehmen wegfallen. Es wurde vermutet, dass dies von Vorteil für die Bevölkerung der Eurozone sein würde, da Handel in der Vergangenheit eine der Hauptquellen ökonomischen Wachstums war. Diese Vermutung hat sich bestätigt: bis zum Jahr 2007 hat sich der Handel innerhalb der Eurozone um 5–15 % erhöht. Insgesamt ist es für die europäischen Unternehmen auch von Vorteil, in einem großen Handelsgebiet agieren zu können. Der Euro kann auch als Vollendung des europäischen Binnenmarktes (freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen) gelten – man könnte im Umkehrschluss auch konstatieren, dass dem europäischen Binnenmarkt ohne eine gemeinsame Währung eine wichtige Komponente fehlen würde.

Weiterhin ging man davon aus, dass Preisunterschiede für Produkte und Dienstleistungen in den Ländern der Eurozone abnehmen würden: DurchArbitrage-Handel (Handel gleicher Produkte und Dienstleistungen zwischen den Euro-Ländern) sollten bestehende Unterschiede schnell ausgeglichen werden. Dies führe zu verstärktem Wettbewerb zwischen Anbietern und damit zu niedriger Inflation und mehr Wohlstand der Verbraucher.

Im Allgemeinen konnte die Europäische Zentralbank ihre Hauptaufgabe, das heißt die Bekämpfung der Inflation erfüllen. Das Inflationsziel von zwei Prozent wurde meist erreicht bzw. eine langfristige Überschreitung verhindert. Eine niedrige Inflationsrate ist ein Grundpfeiler der ökonomischen Stabilität für die Bürger in den Mitgliedstaaten (vgl. gefühlte und wirkliche Verteuerung zur Euro-Einführung, siehe unten.)

Eine Spekulation gegen den Euro ist aufgrund seiner Größe sehr viel schwieriger als gegenüber kleineren Währungen. Währungsspekulationen haben in den 90er Jahren zu schweren Verwerfungen im Europäischen Währungssystem geführt (s. z.B. die Pfundkrise) und haben auch eine Rolle beim Ausbruch der Asienkrise gespielt. Währungsspekulationen können z.B. die Währungsreserven eines Landes aufzehren und allgemein die Volkswirtschaft schwer schädigen.

Besondere Vorteile bringt der Euro für Reisende. Sie müssen kein Geld umtauschen bzw. wieder rücktauschen und sparen sich die damit verbundenen Gebühren. Des Weiteren können sie in ihrem Reiseland die Preise nun ohne Probleme mit den Preisen des Herkunftslandes vergleichen.

Investitionskapital kann sich innerhalb der Euro-Zone freier bewegen, als in einem Wirtschaftsraum mit vielen nationalen Währungen.

Nicht zu unterschätzen ist auch wirtschaftspolitische Bedeutungssteigerung Europas durch den Euro im Weltmaßstab. Europas Stimme in Währungsfragen muss nun in höherem Maße gehört werden und auch der Druck auf die Euro-Staaten, in diesen Dingen mit einer Stimme zu sprechen wächst. In einer globalisierten Welt kann eine Gemeinschaftswährung dieWettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber den Wettbewerbern (z.B. den USA oder asiatischen Staaten) erhöhen.

(Wirtschafts-) psychologisch manifestiert der Euro die Zusammenarbeit der europäischen Staaten und ist ein greifbares Symbol europäischer Identität. Politisch gesehen kann der Euro zur Konsolidierung der Europäischen Union beitragen


DiggDigg   | RedditReddit   | Add to Mixx!MixxDeldel.icio.usStumble Stumble it!Bookmark and Share Share it