Diskussionen um das Bargeld

Einführung von 1- und 2-Euro-Scheinen

Österreich forderte die Einführung eines 2-Euro-Scheins, Italien sogar die eines 1-Euro-Scheins. In beiden Ländern waren vor der Einführung des Euros Geldscheine mit relativ geringen Werten im Umlauf – so zum Beispiel der 20-Schilling-Schein (1,45 Euro) in Österreich oder der 1000-Lire-Schein (52 Cent) in Italien.

Am 18. November 2004 beschloss der EZB-Rat, keine Euro-Scheine mit niedrigerem Wert einzuführen. Eine 2-Euro-Banknote wird auch nicht beim Druck der neuen Serie gegen Ende dieses Jahrzehnts eingeführt werden. Sie hätte einen ähnlichen Wert wie die selten verwendete 5-DM-Note (2,56 €) gehabt.

Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen

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In einigen Euroländern sind 1- und 2-Cent-Münzen nicht gebräuchlich. In Finnland wurden sie gar nicht eingeführt, dort werden seither Rechnungen, die nicht auf –,-0 oder –,-5 Euro enden, beim Bezahlen auf diese Beträge gerundet. In den Niederlanden (seit 1. September 2004; entsprechend auch schon mit dem Gulden nach der Abschaffung der 1-Cent-Münze) und in Belgien wurde dieses System später übernommen. Begründet wird dies mit dem geringen Geldumlauf der Münzen, was auf einen niedrigen Bedarf hinweist. Jedoch werden 1- und 2-Cent-Münzen ohne Probleme akzeptiert.

Die Gegner der Abschaffung befürchten vor allem einen zweiten „Teuro-Effekt“, weil viele Einzelpreise auf volle fünf Cent aufgerundet werden könnten. Dagegen wird aber eingewendet, dass dies wegen der psychologisch wichtigen Schwellenpreise, die dann eher von –,99 auf –,95 herabgesetzt werden, nicht passieren würde. Zudem existieren in niederländischen und finnischen Geschäften immer noch warenbezogene Schwellenpreise, die oft auf –,99 enden. Erst die Summe an der Kasse wird auf- oder abgerundet.

Andere Münzformen oder -Stückelungen

Gelegentlich wird angemerkt, dass insbesondere 1- und 2-, aber auch 5-Cent-Münzen ebenso wie 10- und 20-Cent-Münzen optisch zu schwer unterscheidbar seien. In anderen Währungen wird dies u.a. durch differenzierte Farbgebung, Dicke, Löcher, eckige Formen sowie Oberflächenreliefs erreicht, während beim Euro neben der Größe und der Prägung nur ein Randrelief (ab 10 Cent) hilft.

Obwohl sich die 1-2-5-Stückelung weltweit in dezimalisierten Währungen bewährt hat, gibt es Proponenten für andere Münzen; am populärsten ist das 25-Cent-Stück wie beim US-Dollar. Daneben wurde vorgeschlagen, Sondermünzen zu 5 Euro herauszugeben.

Petition zur Abschaffung der 500-Euro-Scheine

Beim Online-Portal des Deutschen Bundestages wurde im Frühjahr 2009 eine öffentliche Petition eingereicht, die sich für die Abschaffung dieses Zahlungsmittels einsetzt. Begründet wurde die Petition damit, dass dieser Geldschein von vielen Tankstellen, Händlern oder gar Zahlstellen der Deutschen Post nicht akzeptiert werde. Dies ergebe eine faktische Wertlosigkeit des Scheines. Diese Petition wurde von 203 Personen mitgezeichnet, wobei weder die Zahl der Mitzeichnenden noch die Zahl der Diskussionsbeiträge auf ein echtes Bedürfnis hinweisen. Über die Petition ist bisher nicht entschieden, wobei dies ohnehin problematisch werden dürfte, da Banknoten im Wert von 500 Euro aus anderen Euro-Ländern davon nicht betroffen wären.

Über die Gründe der Nichtakzeptanz gibt es nur Vermutungen, die sich aber weitgehend um die Problematik drehen, möglichst keine Fälschungen anzunehmen. In diesem Zusammenhang kam es beim Auftauchen neuer „guter“ Fälschungen auch wiederholt schon dazu, dass auch andere Scheine nicht mehr angenommen wurden. Statistisch begründet ist diese Angst weniger, denn der Anteil der 500er an den gefälschten Euro-Banknoten liegt bei unter einem Prozent. Die Rechtslage sagt allerdings, dass Scheine unbegrenzt gültige Zahlungsmittel und damit anzunehmen sind. Allerdings schränkt die Rechtsprechung ein, dass dies dann verweigert werden dürfe, wenn der geschuldete Betrag in auffallendem Missverhältnis zum angebotenen Zahlungsmittel steht (also beispielsweise 30 Euro für Kraftstoff, die mit 500 Euro-Banknote bezahlt werden sollen). Die 500-Euro-Note gehört international wie vor ihr die 1000-DM-Note (511 €) zu den höchstwertigen Geldscheinen im allgemeinen Umlauf. Sie hat eine Wertdichte von über 380 Euro pro Milliliter (Gold: 150 bis 600) bzw. fast 450 Euro pro Gramm (Gold: 8 bis 32). Angeblich soll der Euro deswegen in der internationalen Geldwäsche und im Geldschmuggel inzwischen beliebter sein als der US-Dollar.


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